[OSZO 03]

Soundinstallation Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig 2001

Die Steuereinheit [OSZO 3] ist eine Maschine, die über eine eigens dafür entwickelte Hardwareprogrammierung mit integrierten Mosfet- Verstärkern 24 Boxen einzeln nach verschiedenen Modi ansteuern kann. Es ist immer nur eine Box aktiv. Der Ton kann umlaufend, oder per Zufallsgenerator angesteuert werden. Die Geschwindigkeit ist beim Wechsel von einer Box zur nächsten stufenlos zwischen 0,3s und 48s regelbar, das bedeutet, dass bei einer eingestellten Geschwindigkeit von 2s, alle 24 Boxen einmal angesteuert werden. Jede Box wäre bei diesem Beispiel genau 0,08s zugeschaltet.
Durch die extrem scharfe Trennung zwischen den Boxen ist der Ton sehr genau zu orten. Der bei der Installation erzeugte modulierte Sinuston ist in seiner Länge genau 0,09s. Dieser wurde auf 10min geloopt. Der Höreindruck war dem eines sehr kleinen umlaufenden Stahlkügelchen ähnlich. Dadurch erreichte ich ein extrem ausdifferenziertes Klangbild, welches für dieses Wahrnehmungsexperiment von hoher Bedeutung war. Je nachdem, wo man im Raum stand, zeichneten sich verschiedene Elipsenformen mit sehr hoher Feinheit im Kopf ab. Stand man genau in der Mitte des Raumes, der seinem Grundriss nach eine quadratische Fläche aufwies, war es schließlich ein Kreis. Mit geschlossenen Augen war die Wirkung noch größer. Im visuellen Sinne ist die Installation sehr minimal und monoton gestaltet, um den Rezipienten visuell nicht unnötig abzulenken. Der Raum war mit Neonlicht beleuchtet.

[OSZO 3] abstrahiert die beiden vorangegangenen Arbeiten: Die Soundinstallation spielt mit dem Begriff der Wahrnehmung selbst. Hörvermögen und Raumwahrnehmung werden auf die Probe gestellt. Es bleibt per Zufall und Frequenzgang unklar, wo und wie das Gehörte zu verorten ist, und ob es dem Klang, einer Einbildung oder dem Nachhall entspringt. Eine “virtuelle Realität, die ihr Abbild in ganz anderer Weise in den auf gleiche Weise abstrahierten Mechanismen einer selbstbezüglich auf Erwartungen, Spekulationen und immateriellen Produkten basierenden Ökonomie findet.