[OSZO 07]

"[OSZO 7] - ROCHADE" - vergoldete Grundplatte, 2 hochglanzlackierte schwarze Säulen, UV verklebtes Glas, 2 Flacons mit Lasergravur, 1 Testflacon, Eau de Toilette (Eigenkreation), 2004

Die vergoldete Grundplatte des Objektes, ist der maßstäbliche Grundriss von Ground Zero in New York. Auf dieser stehen zwei hochglanzlackierte schwarze Säulen in den Proportionen der Türme. Auf dem ersten Turm befinden sich zwei Flacons auf deren Oberfläche ROCHADE gelasert ist. Auf der hochglanzlackierten schwarzen
Deckplatte der Säule ist eine mattschwarze Windrose aufgebracht deren Nordpfeil in Richtung Süden zeigt. Die zwei Flacons sind mit einem von mir kreierten Eau de Toilette befüllt. Sie stehen hinter einem Glaskubus. Im Inneren der zweiten Säule befindet sich ein dritter Flacon dessen silbernfarbiger Sprühkopf die obere Platte durchstößt und als Tester dient.
Das Eau de Toilette erinnert stark an den typischen Neuwagengeruch, dazu eine Note von kaltem Metall.

Der Rezipient wird nicht expliziet, und auch nicht im Titel der Arbeit, darauf hingewiesen, daß es sich beim Objekt um eine Nachbildung von Ground Zero in New York handelt. Vielmehr findet er eine sehr an übliche Eau de Toilette – Präsentationen in Parfümerien erinnernde Situation vor. Stil und Farbgebung ist in diesem Falle stark am Design der Firma Gucci angelehnt.
Der Titel “Rochade” weisst auf einen Vorgang hin. Die Türme stehen nicht an den Orginalplätzen, sondern sind gegeneinander verschoben, so daß sich ein neues Bild ergibt oder doch nur das was man schon so oft gesehen hat? Die Konditionierung des Betrachters durch die Bildmedien und die damit einhergehende Maßstabs – bzw. Richtungslosigkeit läßt diesen Unterschied nicht wahrnehmen. Wieviel Ideologie transportiert ein Bild? Im Falle dieses Bildes kommt auf Grund der Dimension des Ereignisses noch die Symbolhaftigkeit und die fast logoartige Wirkung hinzu. Was wurde seit “Nine-Eleven” über dieses Bild alles begründet. Wie oft und in welchen Zusammenhängen wurde dieses Bild benutzt um andere Medienbilder und damit die “schein”baren Ereignisse (Bildmaschinen) zu rechfertigen. Welchen Grad der Matrizenhaftigkeit (Günther Anders “Die Antiquiertheit des Menschen”) wohnt unserem Kulturkreis inne? Anders gefragt, formen wir die Bilder oder formen die Bilder uns?